Bei der Wahl eines Wasserfiltersystems achten viele Verbraucher in erster Linie auf ein bekanntes und beruhigendes Logo. Unter diesen gilt die NSF-Zertifizierung oft als Goldstandard.
Es bleibt jedoch ein Vorurteil bestehen: Ein NSF-zertifizierter Filter wäre automatisch allen anderen überlegen.
Die Realität ist komplexer.
Die NSF-Zertifizierung ist in der Tat ein ausgezeichneter Vertrauensindikator, sie allein ermöglicht jedoch keine Bewertung der Gesamtleistung eines Filters oder der Gesamtzahl der untersuchten Schadstoffe.
Um zu verstehen, warum, ist es wichtig zu wissen, was NSF-Zertifizierungen tatsächlich bewerten.
Die wichtigsten NSF-Standards für die Wasserfiltration
NSF/ANSI 42: ästhetische Effekte
Diese Norm betrifft hauptsächlich:
- Chlor;
- schmecken;
- Gerüche;
- bestimmte Teilchen.
Ziel ist es vor allem, den Komfort beim Wasserverbrauch zu verbessern.
NSF/ANSI 53: Auswirkungen auf die Gesundheit
Diese Norm betrifft insbesondere:
- Zysten (Giardia, Cryptosporidium);
- führen;
- bestimmte chemische Verunreinigungen;
- Trübung.
Allerdings haben nicht alle NSF 53-zertifizierten Filter die gleichen Ansprüche.
NSF/ANSI 401: neu auftretende Schadstoffe
Diese neuere Norm deckt insbesondere ab:
- bestimmte Arzneimittelrückstände;
- bestimmte Pestizide;
- bestimmte Herbizide;
- bestimmte neue Verbindungen;
- Mikroplastik.
NSF/ANSI/CAN 372: bleifreie Materialien
Entgegen der landläufigen Meinung misst dieser Standard nicht die Filtrationsleistung.
Es wird lediglich überprüft, ob Komponenten, die mit Wasser in Kontakt kommen, die Anforderungen an einen niedrigen Bleigehalt erfüllen.
Den Begriff „Anspruch“ verstehen
Eine NSF-Zertifizierung bedeutet nicht, dass ein Filter auf alle möglichen Verunreinigungen getestet wurde.
Es validiert nur bestimmte spezifische Ansprüche, die als „Ansprüche“ bezeichnet werden.
Mit anderen Worten: Zwei NSF-zertifizierte Filter können abhängig von den tatsächlich bewerteten Schadstoffen sehr unterschiedliche Leistungen erbringen.
Aus diesem Grund ist es wichtig, auf die Details der zertifizierten Angaben zu achten und nicht nur auf das Vorhandensein eines NSF-Logos.
Konkretes Beispiel: Ultra Sterasyl von British Berkefeld
Ultra Sterasyl ist heute der Hauptfilter, der in den von Doulton hergestellten britischen Berkefeld-Schwerkraftsystemen verwendet wird.
Es profitiert von mehreren anerkannten NSF-Zertifizierungen.
Den offiziellen NSF-Auflistungen zufolge lauten die zertifizierten Angaben wie folgt:
| NSF-Standard | Zertifizierter Anspruch |
|---|---|
| NSF 42 | Partikelreduzierung der Klasse I |
| NSF 53 | Reduzierung von Zysten |
| NSF 53 | Reduzierung der Trübung |
| NSF 401 | Reduzierung von Mikroplastik |
| NSF 372 | Geringe Lead-Compliance |
Quelle: offizielle Auflistungen von NSF International.
Was es nicht bedeutet
Mehrere NSF-Zertifizierungen bedeuten nicht, dass alle Schadstoffe analysiert oder zertifiziert wurden.
Beispielsweise decken die für Ultra Sterasyl veröffentlichten NSF-Ansprüche nicht ausdrücklich Folgendes ab:
- PFAS;
- Fluoride;
- Arsen;
- Arzneimittelrückstände;
- Pestizide;
- Herbizide;
- Radionuklide;
- alle Schwermetalle.
Dies bedeutet nicht, dass der Filter gegen diese Verunreinigungen unwirksam ist.
Dies bedeutet lediglich, dass diese Schadstoffe nicht zu den zertifizierten Angaben gehören, die in den entsprechenden NSF-Listen sichtbar sind.
Neben NSF-Zertifizierungen veröffentlicht Doulton auch Testergebnisse für verschiedene Schadstoffe (Pestizide, Arzneimittelrückstände, Schwermetalle usw.). Laut mehreren Quellen wurden diese Analysen von unabhängigen, international anerkannten Labors auf der Grundlage der Protokolle NSF/ANSI 53 und NSF/ANSI 401 durchgeführt.
Ein weiteres Beispiel: der Coldstream FTO+ Filter
Der Coldstream FTO+ Filter veranschaulicht perfekt, warum es wichtig ist, sich nicht auf das bloße Vorhandensein eines NSF-Logos zu beschränken.
Im Gegensatz zu einigen Filtern auf dem Markt ist der FTO+ nicht NSF-zertifiziert. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es nicht einer strengen Evaluierung unterzogen wurde.
Tatsächlich wurden mehrere Tests von IAPMO durchgeführt, einer international anerkannten Organisation und einem Labor auf dem Gebiet der Wasserfiltration. Diese Bewertungen wurden gemäß NSF/ANSI-Protokollen durchgeführt und decken ein breites Spektrum an Kontaminanten ab.
Die veröffentlichten Ergebnisse umfassen Analysen zu:
- Bakterien;
- Mikroplastik;
- PFAS;
- Fluoride;
- Schwermetalle;
- Pestizide;
- Arzneimittelrückstände;
- Arsen;
- viele andere Schadstoffe.
Das FTO+ zeigt somit, dass ein Filter von einem unabhängigen, international anerkannten Labor gemäß NSF/ANSI-Protokollen bewertet werden kann, ohne über eine offizielle NSF-Zertifizierung zu verfügen.
Umgekehrt kann ein NSF-zertifizierter Filter eine geringere Anzahl zertifizierter Angaben machen und dennoch voll von der mit dieser Zertifizierung verbundenen Anerkennung und Glaubwürdigkeit profitieren.
Diese Unterscheidung ist wichtig, um zu verstehen, dass die NSF-Zertifizierung und die gemäß NSF/ANSI-Protokollen durchgeführten Tests zwei unterschiedliche, aber komplementäre Ansätze sind.
NSF-Zertifizierung und Labortests: zwei komplementäre Ansätze
Die NSF-Zertifizierung ist ein hervorragender Indikator für die Seriosität.
Es ist jedoch nur ein Teil der Bewertung eines Filters.
Hersteller können außerdem zusätzliche Tests durch anerkannte unabhängige Labore durchführen lassen, wie zum Beispiel:
- NSF International;
- IAPMO;
- Envirotek-Labors;
- Eurofins;
- Intertek;
- ALS.
Diese Analysen können mehrere Dutzend, sogar mehrere Hundert Schadstoffe umfassen.
Sie bieten oft einen viel umfassenderen Überblick über die tatsächliche Leistung eines Filters.
Warum ist die Anzahl der analysierten Schadstoffe wichtig?
Aktuelle Bedenken der Verbraucher gehen weit über einfaches Chlor oder Partikel hinaus.
Heutzutage möchten viele Menschen die Leistung ihres Filtersystems in Bezug auf Folgendes wissen:
- PFAS;
- Mikroplastik;
- Schwermetalle;
- Pestizide;
- Herbizide;
- Arzneimittelrückstände;
- flüchtige organische Verbindungen;
- Radionuklide.
In diesem Zusammenhang sind detaillierte Laborberichte ein besonders wertvolles Hilfsmittel.
Eine umfassendere Sicht auf die Leistung
Bestimmte Marktreferenzen, wie die Black Berkey®-Filter oder der Imperial AMB®-Filter von MONDERMA®, hergestellt in den USA, wurden von unabhängigen, international anerkannten Labors, insbesondere Envirotek Laboratories, ausführlichen Tests unterzogen. Diese gemäß NSF/ANSI-Protokollen ausgewerteten Tests decken ein breites Spektrum an Verunreinigungen ab und bieten einen umfassenderen Überblick über die Filtrationsleistung, der über die rein zertifizierten Angaben hinausgeht.
Diese Berichte ersetzen keine NSF-Zertifizierungen.
Sie vervollständigen sie.
Sie ermöglichen insbesondere die Identifizierung von:
- die Anzahl der untersuchten Schadstoffe;
- die erzielten Reduktionssätze;
- die verwendeten Testprotokolle;
- die getesteten Konzentrationen;
- die über die Lebensdauer des Filters beobachtete Leistung.
Aus diesem Grund halten es viele Spezialisten heute für relevant, gleichzeitig Folgendes zu untersuchen:
- NSF-Zertifizierungen erhalten;
- zertifizierte Ansprüche;
- die Labore, die die Tests durchgeführt haben;
- die Anzahl der analysierten Schadstoffe;
- detaillierte Testergebnisse.
Wie kann man zwei Filter objektiv vergleichen?
Für einen seriösen Vergleich empfiehlt es sich, Folgendes zu prüfen:
✅ Zertifizierungen erhalten
✅ Die zugehörigen beglaubigten Ansprüche
✅ Verwendete Testprotokolle
✅ Die Labore, die die Analysen durchgeführt haben
✅ Die Anzahl der untersuchten Schadstoffe
✅ Reduktionsergebnisse veröffentlicht
✅ Die während der Tests verwendeten Konzentrationen
✅ Die angekündigte und getestete Lebensdauer des Filters
Fazit
Die NSF-Zertifizierung bleibt einer der besten Vertrauensindikatoren in der Wasserfiltrationsbranche.
Es sollte jedoch nicht als einzelner oder absoluter Indikator betrachtet werden.
Ein NSF-zertifizierter Filter ist nicht unbedingt einem Filter überlegen, der von einem unabhängigen Labor umfassend getestet wurde.
Ebenso können zwei NSF-zertifizierte Filter abhängig von den tatsächlich bewerteten und zertifizierten Schadstoffen sehr unterschiedliche Leistungen aufweisen.
Die Wahl eines Filtersystems muss daher auf einer umfassenden Analyse basieren, die sowohl Zertifizierungen, zertifizierte Angaben als auch detaillierte Ergebnisse von Labortests berücksichtigt.
Wenn es um Wasserfiltration geht, ist das NSF-Logo ein guter Ausgangspunkt.
Um die Leistung eines Filters wirklich zu verstehen, ist es jedoch auch wichtig, die zertifizierten Angaben, die Testberichte, die verwendeten Protokolle, das Labor, das die Analysen durchgeführt hat, sowie die Anzahl der tatsächlich untersuchten Schadstoffe zu untersuchen.
Das NSF-Logo vermittelt starkes Vertrauen. Detaillierte Testergebnisse liefern ein umfassenderes Bild der Realität der Filterleistung.
Fazit: Die NSF-Zertifizierung ist ein wertvolles Werkzeug, aber erst die detaillierten Testdaten ermöglichen es Ihnen, die ganze Geschichte eines Filters zu verstehen.